Eine Übersicht über die Stimmen der Befürworter und Gegner nach der Abstimmung.

Fazit der Gegner der Vollgeld-Initiative

Der parteiübergreifende Ausschuss „Vollgeld-Initiative Nein“ ist zufrieden mit der klaren Ablehnung der Vollgeld-Initiative. Das Schweizer Volk will nicht experimentieren und die Unabhängigkeit der Schweizerischen Nationalbank verteidigen. Kein Land hat jemals ein „volles Währungssystem“ eingeführt. Und das Schweizer Volk will es auch nicht. Das NEIN zur Vollgeld-Initiative ist die Ablehnung von riskanten und gefährlichen Experimenten in der Schweizer Geld- und Finanzpolitik. Die Banken werden also weiterhin verantwortungsbewusst und nach klaren Regeln Geld schaffen. Sie werden somit weiterhin in der Lage sein, privaten Haushalten und KMU erschwingliche Kredite zu gewähren und damit Investitionen zu ermöglichen.

Für eine unabhängige Nationalbank

Das Schweizer Volk hat nun klar Nein zu der Idee gesagt, dass die SNB Geld ohne Entschädigung in Umlauf bringen kann. Die Nationalbank darf kein politisches Spielzeug werden, sondern muss unabhängig bleiben. Das Komitee der „Vollgeld-Initiative NEIN“ bedankt sich bei allen, die sich verpflichtet haben, die Öffentlichkeit über die Risiken der Vollgeld-Initiative zu informieren. Sie haben dieses klare Ergebnis bei den Umfragen ermöglicht.

Resume des Initativkomitees

Trotz der massiven Verwirrung und Angstkampagne der Gegner sowie der Fehlinformationen des Bundesrates und der Nationalbank wird geschätzt, dass 24,3% für die Vollgeld-Initiative stimmten. Dies ist ein grosser Erfolg, denn es zeigt, dass viele Schweizer verstanden haben, dass die Geldschöpfung durch private Geschäftsbanken viele Probleme mit sich bringt. Den Tausenden von Freiwilligen, die sich mobilisiert haben, gebührt der Dank des Pro-Komitees für ihr großes Engagement, das diesen Erfolg ermöglicht hat.

Die Initiatoren geben das Ergebnis der Abstimmung zu. Für die Association Modernisation Monétaire (MoMo), den Initiator der Initiative, ist die Abstimmung nur der Ausgangspunkt für eine grundlegende Überprüfung unseres Währungssystems. Die beiden Vorabstimmungen der SRG haben deutlich gezeigt, dass eine Mehrheit nicht will, dass die privaten Geschäftsbanken selbst Geld produzieren. Nur die Nationalbank sollte dazu in der Lage sein. Obwohl dies genau das Ziel der Vollgeld-Initiative ist, hat sie keine Mehrheit erreicht. Aufgrund seiner begrenzten Ressourcen und der Komplexität des Themas ist es dem Initiativkomitee offensichtlich nicht gelungen, die Öffentlichkeit ausreichend zu informieren. Hinzu kommt die Angstkampagne der Bankenlobbys, die zum Endergebnis zu ihren Gunsten beigetragen hat.

Probleme werden nicht gelöst – Politiker sind aufgerufen zu handeln

Die Probleme im Bankensystem sind nicht gelöst, und ein großer Teil der Bevölkerung ist derselben Meinung. Die Dringlichkeit des Handelns bleibt bestehen, denn die nächste Krise ist sicher. Die Politik ist nun aufgefordert, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit von Geld- und Zahlungsverkehr sowie Kredite auch in Krisenfällen zu gewährleisten. Es ist nicht hinnehmbar, dass private Geschäftsbanken weiterhin unseren Wohlstand gefährden, indem sie Geld aus dem Nichts erschaffen. Zumal die technologische Entwicklung wie kryptographische Währungen grosse Herausforderungen für das Schweizer Währungssystem und die Weltwirtschaft darstellen wird.  Die MoMo Association hinter der Vollgeld-Initiative ist stark und hat in den letzten Jahren ein wichtiges Netzwerk aufgebaut. Gemäß seiner Satzung „verpflichtet sich der Verband, den Finanzsektor in den Dienst der Realwirtschaft und das Währungssystem in den Dienst der Menschheit zu stellen.“ Der Verband MoMo will weiterhin Druck auf die Politiker ausüben.

Die Bürger stimmten über eine verzerrte Idee ab

Viele Bürger haben wahrscheinlich aufgrund der verzerrten Darstellung, die die Behörden und Bankenlobbys von der Initiative und dem derzeitigen System gemacht haben, mit Nein gestimmt. Das Ergebnis sollte daher weder als Zustimmung zur Privatisierung der Geldschöpfung noch als Wunsch interpretiert werden, das derzeitige System zu erhalten. Das Berufungsverfahren des Auftragnehmers Michael Derrer wegen der irreführenden Kommunikation der Behörden ist noch vor dem Bundesgericht anhängig. Die Initiatoren hoffen, dass die Bundesbehörden daraus lernen werden, so dass zumindest in Zukunft die Propaganda der Behörden eingestellt wird.

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